Aktivierende Pflege

Die aktivierende Pflege kann nur von geschulten Pflegern vorgenommen werden, denn hierbei werden die Pflegebedürftigen nicht bei jeder Tätigkeit unterstützt, sondern angeleitet diese selbst durchzuführen. Dabei erlernen die Patienten, wie sie sich selbst helfen können. Des Weiteren werden so die Fähigkeiten der Personen gezielt geschult und können infolgedessen nicht einrosten. Es ist auch nicht selten, dass Fähigkeiten wieder neu erlernt wurden.

Selbstständigkeit im Fokus

Bei der aktivierenden Pflege soll das Augenmerk nicht darauf liegen, dass Pflegende aufgrund ihrer Einschränkungen unterstützt werden, sondern dass sie lernen, trotz ihrer Beeinträchtigungen selbstständig zu agieren. Diese Form der Pflege verlangt natürlich weit mehr Zeit und Aufwand als die herkömmlichen Methoden, jedoch ist sie sehr motivierend für die Pflegebedürftigen Personen. Sie bekommen so nicht das Gefühl, nichts mehr zu können. Vielmehr erkennen sie ihre Fähigkeiten.

Die Bezeichnung „aktivierende Pflege“ wurde durch die Professorin Monika Krohwinkel geprägt. Zunächst bezog sie sich dabei auch Schlaganfall Patienten, welchen durch diese Methode der Weg aus der Abhängigkeit von anderen geebnet werden kann. Das Selbstvertrauen der Patienten sollte so aufgebaut werden.

Anwendung der aktivierenden Pflege

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Die aktivierende Pflege wird mit jedem Patienten individuell durchgeführt. Dabei muss zunächst erfasst werden, welches Ziel erreicht werden soll. Im Allgemeinen wird dabei von einer Selbstpflegefähigkeit gesprochen. Diese kann sich jedoch auf verschiedene Situationen beziehen. So kann es beispielsweise der Fall sein, dass ein Patient wieder selbstständig essen möchte.

Damit dieser Wunsch erfüllt werden kann, muss der zu Pflegende die richtige Unterstützung dabei bekommen. Er soll also nicht gefüttert werden, sondern gezielte Anleitungen bekommen, wie er alleine essen kann. Für den Pfleger ist es deshalb sehr wichtig zu erkennen, welche Unterstützungen nötig sind. Dabei liegen oft große Unterschiede zwischen den einzelnen Patienten.

Es muss also darauf geachtet werden, dass der Patient immer über die nächsten Schritte informiert wird, denn so kann er sich darauf vorbereiten. Die Aufgaben dürfen den zu Pflegenden also weder unter- noch überfordern. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, auf die Bedürfnisse der Person einzugehen und diese sehr gut zu kennen.

  • Vorteile der aktivierenden Pflege

Die herkömmliche Methode der Pflege führt bei vielen Patienten zu einem Gefühl der Nutzlosigkeit. Mit der aktivierenden Pflege soll diesem Gefühl entgegengewirkt werden. Den Patienten wird in diesem Fall nicht jede Aufgabe abgenommen, sondern sie werden dabei unterstützt, sie alleine durchzuführen. Ein weiterer Vorteil ist, dass so die geistigen und auch körperlichen Fähigkeiten nicht einrosten. Die Patienten fühlen sich weiterhin für sich selbst verantwortlich.

  • Nachteile

Es gibt auch Patienten, welche komplett versorgt werden möchten. In diesen Fällen ist eine aktivierende Pflege nicht der richtige Weg. Aus diesem Grund ist es immer wichtig, die Patienten vorher genau darüber zu informieren. Ein weiterer Nachteil für die Pfleger ist es, dass viel mehr Zeit für die einzelnen Patienten aufgebracht werden muss. Aufgrund der hohen Anzahl von Pflegefällen ist das häufig sehr schwierig durchzuführen.

Für die aktivierende Pflege werden des Weiteren auch einige Hilfsmittel, wie beispielsweise ein Duschstuhl oder ein Warmhalteteller, benötigt. Diese werden individuell auf die Bedürfnisse der Patienten angepasst.