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Die neuen Pflegestufen ab 2017

Bis Ende 2016 waren besonders die Pflegeleistungen für geistige Erkrankungen häufig nicht ausreichend. Seit 2017 werden diese Beschwerden in die sogenannten Pflegegrade eingeteilt. Welche Änderungen, Vor- und Nachteile diese Reform mit sich bringt, fassen wir Ihnen hier zusammen. Ab 2017 wird sowohl den psychischen als auch den physischen Einschränkungen gleiche Beachtung geschenkt. In den vorherigen Jahren standen körperliche Beeinträchtigungen, wie Gehbehinderungen oder Bettlägerigkeit in den Vordergrund gerückt. Dabei standen die Pflegeleistungen beispielsweise für Demenzkranke leider hinten an. Das heißt, dass körperlich beeinträchtigte Senioren automatisch in eine höhere Pflegestufe eingeteilt wurden, als Patienten mit Demenz.

Die Pflegestufen 1-3 wurden im Zuge der Reformen in fünf Pflegegrade umgewandelt. Ein neues Prüfungsverfahren dient seit Beginn des Jahres 2017 dazu, dass neue Antragsteller durch einen Fragenkatalog in einen der Grade eingeteilt werden. Abhängig ist diese Einteilung davon, inwieweit die Selbstständigkeit des Pflegebedürftigen eingeschränkt ist. Mit dem neuen System wurden Punkte eingeführt, welche während einer Begutachtung des Antragstellers vergeben werden:

  • Pflegegrad 1: 12,5-27 Punkte – Selbstständigkeit ist geringfügig eingeschränkt
  • Pflegegrad 2: 27-47,5 Punkte – Selbstständigkeit ist stärker eingeschränkt
  • Pflegegrad 3: 47,5-70 Punkte – Schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
  • Pflegegrad 4: 70-90 Punkte – Schwerste Einschränkungen der Selbstständigkeit
  • Pflegegrad 5: 90-100 Punkte – Schwerste Einschränkungen der Selbstständigkeit und Härtefälle

Von Pflegestufe zu Pflegegrad – Die Veränderungen ab 2017

Pflegegrad 2017, Pflegeleistungen, Pros und Cons

Wird also im Jahr 2017 erstmals ein Antrag auf Pflegeleistungen gestellt, wird die Einteilung durch das neue Prüfungsverfahren vorgenommen. Personen, welche bereits vorher in eine der drei Pflegestufen eingeteilt wurde, muss nicht erneut begutachtet werden. Sie werden automatisch in den entsprechenden Pflegegrad aufgenommen.

  • Vorteile

Ein großer Vorteil der Pflegereformen ist, dass seit Beginn 2017 auch geistig Erkrankte, Pflegeleistungen erhalten können, selbst wenn Sie körperlich noch sehr fit sind. Des Weiteren sind auch die Leistungen, welche die zu pflegenden Personen bekommen, höher als in den vergangenen Jahren.

  • Nachteile

Nachdem die vorherigen Pflegestufen besonders in der Kritik standen, da nur körperlich beeinträchtigte Personen Leistungen erhielten, wird an den Pflegegraden kritisiert, dass psychisch Erkrankte bevorteilt werden. Demenzkranke werden automatisch in höhere Pflegegrade eingeteilt und erhalten somit mehr Leistungen. Des Weiteren bekommen die nur wenig beeinträchtigten Personen seit 2017 weniger Geld, als noch in den Jahren zuvor.

Inwiefern ändert sich der Pflegegrad?

Seit den Reformen 2017 wurden Patienten, welche zuvor in die Pflegestufe 0 oder 1 eingestuft wurden automatisch in den Pflegegrad 2 aufgenommen, damit stehen ihnen höhere Leistungen zu. Der 2. Pflegegrad entspricht dem 1. Pflegegrad im Falle einer alltäglichen Einschränkung oder der 2. Pflegestufe. Wer seine Pflegestufe noch vor den Reformen bestätigt bekam, wurde also in den meisten Fällen in einen höheren Pflegegrad aufgenommen. In einem anderen Fall tritt der Bestandsschutz in Kraft. Damit wurde vorgesorgt, dass Pflegebedürftige, welche bereits in einer Pflegestufe sind, aufgrund der Reformen nicht schlechter dastehen.