Wohngemeinschaften für Senioren als Alternative zum Altenheim

Studenten-WGs sind bekannt, aber WGs für Senioren? Viele ältere Menschen möchten im Alter nicht alleine sein und die jüngeren Verwandten sind beruflich und familiär so eingebunden, dass sie nicht die Zeit aufbringen können, ihre Eltern oder Großeltern rund um die Uhr zu besuchen. In diesem Fall sind die Wohngemeinschaften für Senioren eine ideale Lösung. Es gibt dabei verschiedene Varianten, einige Senioren leben gemeinsam in einer Wohnung mit verschiedenen Zimmern und einem Gemeinschaftsraum, andere wiederum teilen sich ein Haus mit getrennten Wohnungen und einem gemeinsamen Garten. Jeder Bewohner hat also immer seinen Rückzugsort, kann sich aber zu jeder Zeit zu seinen Mitbewohnern gesellen.

Die Initiative in eine solche Gemeinschaft zu ziehen, wird häufig von Alleinstehenden aber auch von Paaren getroffen, sobald sie in Rente gegangen sind. Die Bewohner sind zum größten Teil physisch noch fit, aber auch pflegebedürftige Senioren können ihren Platz in der Wohngemeinschaft behalten. In diesem Fall wird ein Pflegedienst beauftragt, der sich um die Personen kümmert und auch von den anderen Mitbewohnern, kann mit Unterstützung gerechnet werden, da sich innerhalb der WGs schnell Freundschaften entwickeln.

WG Vor- und Nachteile, Finanzierung, Pflegekasse

Welche Vor- und Nachteile bringt das Konzept der Senioren WG mit sich?

  • Vorteile

Die Bewohner einer Senioren WG sind nicht alleine und sie können sich gegenseitig unterstützen. Außerdem gibt ihnen diese Wohnsituation eine neue Lebensqualität. Neue Freundschaften können geschlossen werden und Hobbys können ausgeübt werden. In Altenheimen fühlen sich Senioren oft alt. Die Wohngemeinschaften geben ihnen ein neues Lebensgefühl, das sie sich jünger und fitter fühlen lässt. Beispielsweise Putzpläne sorgen dafür, dass sich die Bewohner nützlich sehen und so nicht an Lebensqualität verlieren.

  • Nachteile

Es ist sehr schwierig, einen geeigneten Wohnraum für eine Gruppe von Senioren zu finden. Denn auch wenn die Bewohner bei Einzug noch fit sind, muss immer damit gerechnet werden, dass eine der Personen pflegebedürftig werden. Die Wohnungen sollten also barrierefrei sein und außerdem müssen Einkaufmöglichkeiten einfach erreichbar sein.
Wie bei jeder Form der Wohngemeinschaft sollte darauf geachtet werden, dass sich die Bewohner miteinander verstehen, damit es nicht zu ständigen Auseinandersetzungen kommt.

Finanzierung der Senioren-Wohngemeinschaften

Die Gründung solcher Wohngemeinschaften wird finanziell vom Staat unterstützt und auch die Pflegekasse übernimmt anfallende Umbaukosten bis zu einem Wert von 16000 €. Wie aber auch bei anderen Wohnverhältnissen kommen die Bewohner für die Miete selbst auf. Die Höhe der Miete richtet sich dabei nach den gängigen Preisen. Der Vorteil einer Wohngemeinschaft ist immer, dass die Kosten unter den Bewohnern untereinander aufgeteilt werden. Für ältere Menschen, welche sich aufgrund einer sehr niedrigen Rente keine zu hohe Miete leisten können, ist die Senioren-WG eine günstige Alternative. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, dass eine Gruppe von Senioren eine geeignete Immobilie kauft.

Sollten mehrere pflegebedürftige Personen in einer Wohngemeinschaft zusammenleben, haben sie die Möglichkeit zusätzlich zu ihren Pflegeleistungen monatlich 200 € mehr zu erhalten. Mit diesem Geld können Pflegedienste organisiert werden, die sich um die Personen in der Wohngemeinschaft kümmern. Welchen Service zur Unterstützung engagiert wird, können die Bewohner der Senioren WG selbst entscheiden.